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Seniorennetzkarte für Stadt und Land Salzburg

Mayr: Personen über 63 sind ab Dezember um 299 Euro ein ganzes Jahr in Stadt und Land mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs

Salzburger Landeskorrespondenz, 21.3.2017

(LK)  Bei der Seniorennetzkarte, einem zentralen Thema im laufenden Jahr, konnte zwischen Salzburger Verkehrsverbund und den Partnerunternehmen eine grundsätzliche Einigung erzielt werden. Die Vertragsentwürfe sind versandt – eine Rückmeldung der Verkehrsunternehmen soll in wenigen Tagen erfolgen.

“Die Einführung der Seniorennetzkarte ist ein Positivbeispiel dafür, dass der Salzburger Verkehrsverbund gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen unter starker Berücksichtigung der Kosten ein für die Kundinnen und Kunden sehr attraktives Produkt entwickeln konnte. Das Produkt ist nachfrageorientiert, und auch die Förderung richtet sich nach der Anzahl der verkauften Tickets. Je erfolgreicher das Produkt, umso weniger muss die öffentliche Hand zuschießen”, erklärte Landesrat Hans Mayr heute, Dienstag, 21. März, bei einem Informationsgespräch in der Salzburger Altstadt.

Die Seniorennetzkarte wird 299 Euro pro Jahr kosten und kann von Personen, die älter als 63 Jahre alt sind, erworben werden. Alternativ zum Jahrespreis gibt es die Möglichkeit einer monatlichen Abbuchung zu 25 Euro. Gültig ist die Karte in allen Linien des Salzburger Verkehrsverbunds in Stadt und Land Salzburg sowie auf der Gesamtstrecke der Salzburger Lokalbahn bis zum Bahnhof Ostermiething, auf der Buslinie 260 Salzburg – Lofer – Zell am See sowie den Buslinien 150 bis Bad Ischl, 140 bis Mondsee und der Mattigtalbahn bis zum Bahnhof Friedburg. Der geplante Einführungstermin für die Seniorennetzkarte ist der 10. Dezember 2017, der Verkauf startet bereits im Herbst.

Kundenfreundliche Lösung für wachsende Zielgruppe Senioren

Das Ticket soll sich langfristig selber tragen. Für den Kauf der Seniorennetzkarte wird keine ÖBB Vorteilscard Senior vorausgesetzt.

“Als Vorsitzende des Landes–Seniorenbeirats bin ich über die Umsetzung dieses Angebotes sehr erfreut. Da wir von Anfang an in die Überlegungen und Verhandlungen eingebunden waren, konnten wir unsere Vorstellungen in einem guten Miteinander einbringen. Ich bin überzeugt, dass dieses neue Angebot breite Zustimmung findet und appelliere an alle Senioren und Seniorinnen, diese Karte zu kaufen und so nachhaltig sicherzustellen”, betonte Andrea Eder-Gitschthaler, Vorsitzende des Landes-Seniorenbeirats.

Beim Informationsgespräch wurden auch weitere Themen behandelt:

Familienfreundliche Regelung soll bleiben

Bei Vorweis eines amtlichen Familienpasses zahlen die Erwachsenen nur die Hälfte, Kinder fahren gratis. Im Salzburger Verkehrsverbund wird nicht nur der Salzburger Familienpass anerkannt, sondern auch die amtlichen Familienpässe der anderen Bundesländer. Nun soll die Anerkennung der amtlichen Familienpässe abgeschafft werden. Auch hier ist die Position von Land und Verkehrsverbund klar: Eine Rücknahme der Berechtigungen ist das falsche Signal an die Kundinnen und Kunden, denn Kinder sind die Fahrgäste von morgen”, so Mayr und Verkehrsverbund-Geschäftsführerin Allegra Frommer unisono.

Gratisregelung für Kindergartengruppen bleibt

Der Salzburger Verkehrsverbund ist einer der kinderfreundlichsten Verkehrs-verbünde in Österreich. Seit eineinhalb Jahren fahren alle Kindergartengruppen mitsamt ihren Begleitpersonen im ganzen Bundesland gratis mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Bei bis zu zehn Kindergartenkindern dürfen zwei begleitende Personen gratis mitfahren, bei elf bis 20 Kindern sind es vier Begleitpersonen, bei weiteren zehn Kindern jeweils zwei weitere. Ein Verkehrsunternehmen wollte kürzlich eine Abänderung zu Ungunsten der Kinder erwirken. Die Position des Salzburger Verkehrsverbunds ist hier klar für die Beibehaltung der bestehenden kinderfreundlichen Regelung.

Einführung der Gratis-Mitnahme für Hunde gefordert

In andern Verkehrsverbünden ist bei den Zeitkarten die Mitnahme von Hunden gratis. Wer also in Wien eine Jahreskarte für den öffentlichen Verkehr kauft, kann seinen Vierbeiner mitnehmen, ohne jedes Mal extra für ihn bezahlen zu müssen. Beim Verkehrsverbund Tirol heißt es generell: “Den besten Freund des Menschen befördern wir gerne unentgeltlich.” Beim Münchner Verkehrsverbund gilt, dass “pro Fahrgast mit gültiger Fahrkarte ein Hund kostenlos mitgenommen werden kann”. Im Salzburger Verkehrsverbund ist für den Hund bei Einzelfahrten der Minimumtarif zu lösen, bei Zeitkarten der Normalpreis, Jahreskarten werden gar nicht angeboten. Beispiel: Ein Jahreskartenkunde zahlt in der Stadt Salzburg 379 Euro, will er seinen Hund regelmäßig mitnehmen, ist die günstigste Variante, dass zusätzlich jeweils Monatskarten um 52,90 Euro gelöst werden. Bei zwölf Monatskarten wären das 634,80 Euro. In Summe müssen heute für Hund und Herrl für die Kernzone Salzburg also 1.013,80 Euro bezahlt werden. Die Kosten für den Hund machen dabei übrigens 63 Prozent der Gesamtkosten aus.

“Der Verkehrsverbund hat bereits vor zwei Jahren die Gratis-Mitnahme von Hunden für Zeitkartenbesitzer vorgeschlagen, ist aber am Veto der Verkehrsunternehmen gescheitert. Im Gegensatz zu anderen Regionen fordern die Verkehrsunternehmen in Salzburg nun sogar eine Verschärfung der bestehenden Tarife. Land und Verkehrsverbund setzen sich weiterhin für eine Vereinfachung der Regelung ein und hoffen, dass man sich noch mehr wie bisher an den Kundenwünschen und anderen, erfolgreichen Regionen orientiert”, so der Landesrat.

Nur einen statt drei Fahrplanwechsel im Jahr

Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren im öffentlichen Verkehr ist die Verlässlichkeit. Das Beispiel S-Bahn Salzburg zeigt, dass pünktliche, verlässliche Verbindungen auch sehr stark nachgefragt werden. Wichtig ist für Landesrat Mayr deshalb auch, dass Taktfahrpläne über längere Zeit stabil sind. “Es sollte nicht jedes Jahr neue Abfahrtszeiten geben. Mit dem Sommerfahrplan gibt es in der Landeshauptstadt jedes Jahr gleich drei Mal einen Fahrplanwechsel. Europaweit sind Fahrplanänderungen auf Mitte Dezember harmonisiert. Alle Änderungen bei Bus und Bahn werden an diesem Zeitpunkt gleichzeitig durchgeführt. In Salzburg kommt noch die Fahrplanänderung mit Beginn des Sommerfahrplans und mit Ende des Sommerfahrplans hinzu”, sprach sich Mayr für eine Fahrplanänderung im gesamten Verkehrsverbund nur einmal im Jahr aus. 170321_61 (sm/grs)