Projekt Euregiobahnen – Ergebnisse

Studie empfiehlt den Bau einer Stadt-Regionalbahn durch Salzburg bis Hallein

Jahrhundertprojekt soll mit Bau einer unterirdischen Stadtquerung in Kombination mit einer Regionalbahnstrecke nach Hallein über Anif gestartet werden.

Die umfassenden Studien „Euregio Bahnen (ERB) Salzburg-Bayern-Oberösterreich“ sind abgeschlossen. Die Studien wurde aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der EU gefördert und hat die Machbarkeit und die Wirtschaftlichkeit von neuen Regionalbahnstrecken im gesamten Euregio-Raum untersucht. Die Salzburger Verkehrsverbund Gesellschaft hatte als Lead-Partner die Projektleitung über. Finanzierende Projektpartner waren das Land Salzburg, der Freistaat Bayern, der Verein RSB mit den Umlandgemeinden, die Stadt Salzburg, die Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein sowie die Euregio.

Die wichtigsten Ergebnisse:

Der Straßenraum in Salzburg ist gesättigt – das führt zu einem Rückgang des Öffi-Anteils.

Das internationale Expertenteam gibt eine klare Empfehlung zur Etablierung eines neuen, innovativen Verkehrssystems ab. „Die Sättigung des Straßenraums und zunehmende Qualitätsmängel beim Bus führen im Zentralraum zu einem Anteilsrückgang des öffentlichen Verkehrs am Gesamtverkehrsmix“, erklärte Petra Strauß von der Karlsruher PTV Group. Sie führte das Expertenteam an. Der Anteil des öffentlichen Verkehrs am gesamten Verkehrs-Mix (Modal-Split) reduzierte sich in der Stadt Salzburg im Zeitraum von 2004 bis 2012 um einen Prozentpunkt auf 14,6%, was für einen städtischen Raum eher gering ist. Der Öffi-Anteil im Flach- und Tennengau konnte hingegen im gleichen Zeitraum um einen Prozentpunkt gesteigert werden. Diese Entwicklung ist sowohl auf den Bau der S-Bahn Salzburg (S3) wie auch auf Bestellungen des Verkehrsverbunds im Busbereich zurückzuführen. Man sieht: eine Veränderung des Mobilitätsverhaltens ist möglich!

“Nur Implementierung eines neuen Stadt-Regionalbahn-Systems bringt Verbesserung”

Petra Strauß, PTV Group: „Es ist offensichtlich, dass nur mit der Implementierung eines neuen, attraktiven Stadt-Regionalbahn-Systems wesentliche Verbesserungen der Salzburg Verkehrsprobleme zu erwarten sind.“

Neben drei Varianten einer Schienenquerung durch die Salzburger Altstadt (oberirdisch, unterirdisch, “Mischvariante” Imbergstraße) wurden im gesamten Euregio-Untersuchungsgebiet auch mögliche regionale Neubaustrecken auf Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit hin untersucht. Die Nutzen-Kosten Untersuchung belegt, dass die unterirdische Stadtquerung trotz höchster Erstinvestitionskosten das beste Nutzen-Kosten Verhältnis aufweist.

Erstes Umsetzungspaket „unterirdische Altstadtquerung plus Regionalbahn Anif-Hallein“ soll rasch angegangen werden

Die Umsetzung der unterirdischen Altstadtquerung sollte gemeinsam mit der Regionalstrecke über Anif nach Hallein rasch angegangen, empfiehlt die Studie. Das Investitionsvolumen für die Umsetzung dieses ersten Pakets unterirdische Querung der Salzburger Altstadt (Lokalbahnhof – Mirabellplatz – Altstadt – Nonntal – Akademiestraß – Alpenstraße) plus die Weiterführung über Anif – Niederalm – Rif – Rehof nach Hallein wird auf 535 Mio. Euro (Preisbasis 2014) geschätzt. Alleine im innerstädtischen Abschnitt zwischen Mirabellplatz und Altstadt werden täglich 28.300 Fahrgäste prognostiziert.

Im 5 Minuten Takt in modernen Stadtbahn-Zügen durch die Altstadt

In der Stadt Salzburg kann ein völlig neues, stauunabhängiges Stadtbahn-System mit modernen Zügen entstehen. Man gelangt umsteigefrei von der Region direkt in die Altstadt. Die Erreichbarkeit der historischen Altstadt steigt markant. Eine Stadtbahn wäre ein enormer Impuls zur Belebung des Stadtkerns von Salzburg

Ideale Integration von bestehendem System der Salzburger Lokalbahn mit neuen Stadt-Regionalbahn-Zügen

Die vorgeschlagene Bahnstrecke unter der historischen Altstadt von Salzburg kann sowohl mit neuen, modernen, straßenbahnähnlichen Zügen befahren werden, ist aber auch voll kompatibel mit den vorhandenen Zügen der erfolgreichen Salzburger Lokalbahn

Landesrat Hans Mayr: „Wir können Variantendiskussion endlich ad acta legen!“

Hans Mayr, Salzburgs Landesrat für Verkehr: „Ich bin dankbar für die klaren Empfehlungen der Studie! Die Jahrzehnte andauernden Variantendiskussionen einer Stadt-Regionalbahn können wir jetzt endlich ad acta legen und uns mit einer vereinten Kraftanstrengung Land, Stadt Salzburg und den Partnern im Zentralraum und in Bayern an die Umsetzung machen! Alle wollen diese Zukunftsprojekt – die Zeit ist reif, dass dieses Projekt jetzt angegangen wird!“

 „Nur mit einem neuen, attraktiven Stadt-Regionalbahn-System ist Verbesserung zu erwarten“

„Es ist offensichtlich, dass nur mit der Implementierung eines neuen, attraktiven Stadt-Regionalbahn-Systems  wesentliche Verbesserungen von Salzburgs Verkehrsproblem zu erwarten sind“, so die Studienautorin.  Neben drei Varianten einer Schienenquerung durch die Salzburger Altstadt wurden im gesamten Euregio-Untersuchungsgebiet auch mögliche regionale Neubaustrecken auf Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit hin untersucht.

Landesrat Mayr: Unterirdische Altstadtquerung ist erster großer Schritt – Das System soll in Zukunft mit Einbindung der Regionalstrecken sukzessive erweitert werden

„Die Altstadtquerung ist ein erster, großer und wichtiger Schritt zur Umsetzung des Gesamtsystems. Wir erreichen damit die meisten Fahrgäste. Künftige Regionalstrecken können in diese Stammstrecke eingebunden werden. Das System kann in den nächsten Jahrzehnten sukzessive erweitert werden. Wir wollen den ersten großen Schritt machen“

Priorisierung der Regionalstrecken für Trassensicherung in der Raumordnung

Die Regionalstrecken wurden entsprechend den Nutzen-Kosten Verhältnis priorisiert. Damit ist eine wichtige Grundlage geschaffen, welche Trassen prioritär in durch die Gemeinden und die Raumplanung für die Zukunft gesichert werden können:

  • Anif – Rif – Hallein (bester Korridor – sollte vordringlich behandelt werden und rasch umgesetzt werden)
  • Salzburg – Eugendorf – Thalgau – Mondsee
  • Salzburg – Anif – Grödig – Berchtesgaden – Königsee
  • Salzburg – Mattsee
  • Salzburg –Fuschl (Bad Ischl)

Verlängerung der Berchtesgadener Land Bahn bis Berchtesgaden Ost

Die Studie empfiehlt die Verlängerung der Berchtesgadener Land Bahn um 800 Meter bis Berchtesgaden Ost. Ein bereits bestehender Tunnel könnte um zirka 3,6 Mio. Euro erneuert werden. Es sind kaum zusätzliche Betriebskosten zu erwarten, da für den Umlauf der Züge keine zusätzlichen Zuggarnituren notwendig sind.

Maßnahmen am Bestandsnetz

Für das Bestandsnetz werden in der Studie zahlreiche Maßnahmen vorgeschlagen. So soll der Takt auf der S-Bahn Strecke Richtung Straßwalchen verdichtet werden. Der Westast der S-Bahn, das ist die Strecke zwischen Hauptbahnhof und Freilassing, soll mit zusätzlichen Verbindungen noch attraktiver gemacht werden. Von Freilassing sollte die S-Bahn weitergeführt werden bis Traunstein oder sogar bis Übersee. Für die Strecke Salzburg-Freilassing-Mühldorf wird die Schaffung eines Stunden-Taktes vorgeschlagen. Zudem wurde die Errichtung neuer Haltestellen überprüft.

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Finden Sie die wichtigsten Ergebnisse hier zum Download.

Die Ergebnisse der Studien machen mehrere hundert Seiten aus. Die wichtigsten Ergebnisse finden Sie hier zum Download.

Streckenpläne der möglichen Neubaustrecken stehen derzeit nicht zum Download zur Verfügung. Es ist vorgesehen, dass das Land Salzburg, Abteilung Raumordnung, mit den Gemeinden zur weiteren Abstimmung der Vorgehensweise betreffend raumordnerische Sicherungsmaßnahmen in Dialog tritt.

ERB SVV Verkehrsmodellierung Teil1 TU-Graz5. October 2015 5.14 MBDownload Symbol
ERB SVV PTV Endbericht Gesamtwirtschaftliche Bewertung5. October 2015 9.48 MBDownload Symbol
ERB Mobilitaetserhebung Factsheet Stadt Salzburg Vergleich5. October 2015 396.2 KBDownload Symbol
ERB Mobilitaetserhebung Factsheet Grossraum Salzburg5. October 2015 445.23 KBDownload Symbol
ERB Mobilitaetserhebung Endbericht Herry Vergleich Mobilitaetserhebung Salzburg5. October 2015 6.14 MBDownload Symbol
ERB SVV Grobanalyse Trassenanalyse5. October 2015 6.17 MBDownload Symbol
ERB SVV Grobanalyse Kartenübersicht5. October 2015 4.4 MBDownload Symbol
ERB SVV Grobanalyse Abschlussposter5. October 2015 16.38 MBDownload Symbol
ERB Pressekonferenz Praesentation SVG PTV5. October 2015 386.62 KBDownload Symbol